Steve Jobs ist gestern gestorben aber er ist und bleibt lebendig. In den letzten Tagen wurde sehr viel über ihn geschrieben, Steve, der Visionär, der Gestalter, der Manager. Viele verehrten ihn, er hatte aber auch viele Kritiker. Die Marke Apple wurde immer mit ihm verbunden und viele fragen sich, wie es ohne ihn bei Apple weitergeht.
Er veränderte mit seinen Produkten in vielen Bereichen die Welt. Der iPod mit der Software iTunes veränderte die Musikwelt, das iPhone veränderte die Bedienung der Smartphones und das iPad verändert gerade die Lesegewohnheiten und die Computerwelt. Die Ursache hierfür ist die Einfachheit der Produkte.
Normale Benutzer von MS Word oder MS Excel verwenden wahrscheinlich nicht einmal 10% der Funktionen, die die Programme bieten. In den letzten Jahren konnte man beobachten, dass die Programme mit immer mehr Funktionen aufgebläht wurden, die nur von einem Bruchteil der Anwender benötigt werden. Diese Zusatzfunktionen machten aber die Bedienung so kompliziert, dass viele Anwender sich nach einfacheren Produkten sehnten.
In der Automobilindustrie kann man ähnliches beobachten. Moderne Autos mit ihren vielen Assistenten und Zusatzfunktionen sind über normale Schalter und Knöpfe nicht mehr zu bedienen. Die Hersteller suchen seit vielen Jahren nach Lösungen, um die vielen Funktionen bedienbar zu machen.
Apple vollzog mit den iProdukten eine Trendwende. Nicht immer mehr Funktionen sondern genau die richtigen, die der Anwender benötigt. Dies ist nur möglich, wenn konsequent darauf geachtet wird, welche Funktionen wirklich wichtig sind für die Anwender. Das bedeutet auch, dass technik- und detailverliebte Ingenieure lernen müssen, dass weniger mehr ist. In diesem Zusammenhang sei hier an den Second-System-Effect hingewiesen, der viele Probleme verstärkt. Dieser Effekt besagt, dass Entwickler bei der Weiterentwicklung eines Produkts oder einer Software versuchen, alle Features zu integrieren, die sie in der ersten Version nicht geschafft haben. Dadurch werden die Produkte überladen mit Funktionen, die nur von sehr wenigen Anwendern benötigt werden (http://en.wikipedia.org/wiki/Second-system_effect).
Steve Jobs hat durch seine Vision, einfache Produkte herzustellen, die Märkte verändert. Viele Unternehmen können von ihm und seinen Produkten lernen, dass einfach manchmal besser ist.



